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Schweißen 4.0: Digitalisierung schraubt Investitionen in Weiterbildung hoch

Keine Branche kann sich derzeit der Digitalisierung entziehen – auch beim Schweißen wird zunehmend auf innovative und technologisch anspruchsvolle Lösungen gesetzt. Insbesondere bei der Vereinfachung von Prozessabläufen und Kommunikation macht sich der Einfluss der digitalen Revolution bereits deutlich. Der Blick in die Zukunft zeigt: Das Schweißen wird sich verändern. Die Branche reagiert und setzt auf Weiterbildungen ihrer Fachkräfte.

Die Ausbildung entwickelt sich weiter

Schon bei der Ausbildung eröffnen innovative Technologien neue Möglichkeiten. So zum Beispiel bei Daimler: In dessen Industrie 4.0-Labor in Esslingen-Brühl liegt das Thema Digitalisierung im Fokus. Hier üben Auszubildende das Schweißen nicht an echtem Stahl, sondern mit einem Schweiß-Simulator. Das spart Material und reduziert das Verletzungsrisiko für den unerfahrenen Metallarbeiter-Nachwuchs. Auch das Steuern von Anlagen und Schweißrobotern per Computer und Tablet und das Programmieren von hochmodernen Produktlinien sind fester Ausbildungsbestandteil.

Digitalisierung: Gefahr und Chance für Arbeitnehmer

Die Sorge, dass durch den technischen Fortschritt Arbeitsplätze verloren gehen, teilen viele. Dabei ändern sich vor allem die Anforderungen an Fachkräfte. Klar ist: Wer sich nicht an die Veränderungen anpassen kann, wird immer mehr zurückgelassen. Automatisierungsmaßnahmen treffen viele Berufszweige hart. Nichtsdestotrotz sind die technologischen Neuerungen auch für Beschäftigte nicht nur negativ: Beispielsweise öffnet die Digitalisierung den Beruf für mehr Menschen. Durch die Automatisierung verschieben sich die Tätigkeitsinhalte: weg von der klassischen Mechanik hin zu IT. Das macht die Arbeit als Schweißer weniger körperlich anstrengend, den Beruf inklusiver und attraktiver. Auch der Fachkräftemangel wird durch die effizienteren Herstellungsprozesse gemindert.

Unterstützung durch die Bundesregierung

Im Januar 2019 wurde als Antwort auf drohende Arbeitsplatzverluste das Qualifizierungschancengesetz verabschiedet. Dabei handelt es sich um eine Förderung in Form einer Übernahme der Weiterbildungskosten oder eines Arbeitsentgeltzuschusses. Dahinter steht die Annahme, dass Arbeitsplätze, bei denen komplexe Aufgaben geleistet werden, weniger durch Automatisierung und intelligente Maschinen gefährdet sind. Profitieren sollen vor allem Kleinstunternehmen – Betriebe mit wenigen Mitarbeitern haben tendenziell größere Schwierigkeiten, technologische Wandel der Branche zu überstehen.

Generationenaustausch muss große Rolle spielen

Damit niemand bei dieser rasanten Entwicklung zurückbleibt, ist es wichtig, dass die Generationen voneinander lernen. Erfahrene Schweißer bringen wertvolle Expertise mit, Digital Natives ein Verständnis für neue Technologien. Nur wenn hier ein Austausch stattfindet, lässt sich allen Herausforderungen des Technologiewandels adäquat begegnen. Selbst für die qualifiziertesten Fachkräfte bleiben fortwährende, regelmäßige Weiterbildungen von großer Bedeutung. Den Konzernen ist das sehr gut bewusst: Einige haben Tandemmodelle eingeführt, in dem nicht nur, wie üblich, die Alten die Jungen ausbilden, sondern auch umgekehrt – „Reverse Mentoring“ zeigt Erfolg.

Digitalisierung bleibt Thema

Gerade ist die Branche noch im Begriff, sich umzustellen. Nicht alle Betriebe haben dabei die Ressourcen, angemessen auf den Umschwung zu reagieren. Es sind vor allem die größeren Werke, in denen sich die Auswirkungen des neuen Zeitalters wiederspiegeln. Namhafte Automobilhersteller nutzen digitale Workshops und virtuelle Lernprozesse, um ihre Belegschaft weiterzubilden. Aber selbst deutsche Marktführer können sich nicht auf ihrem Fortschritt ausruhen: Sich ständig verändernde Technologien erfordern eine stetige Anpassung. Im globalen Vergleich hinken deutsche Hersteller noch an vielen Stellen hinterher. Besonders beim Einsatz von KI besteht in Deutschland gegenüber den Riesen aus China und den USA Aufholbedarf. Kein Wunder also, dass Industrie 4.0 bei so gut wie jeder Fachmesse und Konferenz Thema Nummer eins ist und bleiben wird.

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