Industry 4.0 Wigpod, Foto: Fotolia, ipopba

Neue Wigpod-Technologie: hohe Präzision beim WIG-Schweißen

In der Produktion von Luxusautos kommt es auf feine, praktisch unsichtbare Schweißnähte an. Doch das Wolfram-Inertgas-Schweißen von exakten Rundnähten oder sehr dünnen Blechen ist eine komplizierte Herausforderung. Der Maschinenbauer Castro aus Augsburg hat nun mit Unterstützung des Systemintegrators Böckstiegel Automation aus Penzberg eine innovative Lösung gefunden: Wigpod.

Diese neuartig Schweißzelle für das automatisierte WIG-Schweißen arbeitet mittels Parallelkinematik. Ihre sechs Achsen sind parallel angeordnet, können die Länge ändern und bewegen sich in allen drei rotatorischen und translatorischen Freiheitsgraden. Hohe Dynamik, Steifigkeit und Bahngenauigkeit zeichnen die CE-konforme Bearbeitungszelle aus.

Wigpod – ein innovatives System

Der Hersteller Castro kennt sich mit Präzision aus, kommt er doch ursprünglich aus der Medizintechnik. In den 1990er-Jahren entwickelte die Firma von Geschäftsführer Udo Massari spezielle OP-Liegen für Augenlaser-Operationen oder Nierensteinzertrümmerungen. Schon damals arbeitete Castro auf Grundlage der Hexapod-Technik. Hexapod-Maschinen verfügen über sechs Beine mit unterschiedlicher Länge und integrierten Antrieben.

Die kompakte, CE-konforme Schweißzelle Wigpod zeichnet sich durch hohe Dynamik, Bahngenauigkeit und große Steifigkeit aus. Die Bearbeitungszelle kann den WIG-Schweißbrenner mit einer beeindruckenden Genauigkeit im Hundertstelbereich positionieren, und zwar bei einer Vorschubgeschwindigkeit von 60 Meter pro Minute. Im Vergleich zu herkömmlichen Maschinen ist die Leistungsaufnahme äußerst gering.

Mit sechs Beinen für höchste Präzision

Die Castro-Experten setzten bei ihrer neuen Caspod-Baureihe auf sechsachsige Maschinenzellen mit Parallelkinematik und PC-based control. Diese hochmoderne Technologie ermöglicht eine Reihe von Anwendungen im Präzisionsmaschinenbau. Neben dem Schweißen wäre das zum Beispiel auch das Entgraten ebenso wie Fräsen, Polieren oder auch Laserschneiden.

Herkömmliche Systeme sind seriell angeordnet und müssen hingegen bei vergleichbaren Aufgaben mehrere Hundert Kilogramm Eigengewicht bewegen. Dabei erreichen sie schnell hohe Leistungsaufnahmen von einigen Kilowatt. Der Clou des Systems ist die parallele Anordnung seiner sechs Achsen. Deren Eigenmasse ist sehr gering. Die Bewegung wird in einer Achsrichtung nicht von einem Antrieb ausgeführt, sondern von sechs.

Hochpräzise Bewegungssteuerung

PC-based Control ermöglicht eine ultra-schnelle System-Kommunikation über Ethercat für die hochpräzise Bewegungssteuerung. Dafür sorgt beim Wigpod als passende Hardware der Schaltschrank-PC C6920. Die Bedienung erfolgt über ein anwendungsspezifisch ausgelegtes 15-Zoll-Control-Panel mit CNC-Tastererweiterung.

Die neue Wigpod-Technologie könnte einen spannenden Impuls liefern für das WIG-Schweißen. Doch dazu muss sie sich zunächst in der Praxis bewähren.

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